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05.02.2016 10:23

Es dämmert, es ist kalt und ich habe einen langen Weg vor mir. Mein Fahrrad, das ich neben mir herschiebe quitscht wie verrückt oder besser gesagt der platte Reifen. Bei meinen Zehen bin ich mir nicht sicher ob sie nur geforen oder schon abgestorben sind und meine Finger sind trotz der dicken Handschuhe taub. Meine beste Freundin bestand eigentlich darauf mich nach Hause zu fahren, nachdem wir uns verquatscht hatten, das Problem war nur dass ihr Auto streikte.

Als ich die Abzweigung zum Wald hinunterspazierte hörte ich plötzlich einen Schrei. Panisch sah ich mich umn und sah: nichts. Sobald mein Puls wieder auf normalem Niveau war, redete ich mir selbst ein, das wären dumme Teenager gewesen, die zu tief ins Glas geschaut haben und aus irgendeinem Grund in den Wald schrien. Nicht sehr plausibel, aber ich musse mich von dem Schreck erholen. Ich ging ein Stück weiter bis ich zu dem kleinen Bach kam und dort erblickte ich sie. Ich konnte nicht atmen, fühle mich plötzlich gelähmt. Neben dem Bach liegt ein junges Mädchen, sie trägt ein rotes Ballkleid, an ihrem Kopf klafft eine große Wunde. Aber sie lebt. Sie will etwas sagen, sieht mir in die Augen, aber ich verstehe sie nicht. Ich knie mich neben ihr hin, als sie ihre Augen schließt und ein letztes Mal Luft holt.

Ich wache schweißgebadet auf und stelle fest dass ich auf dem Sofa meiner besten Freundin liege. Alles nur ein Traum. Ein ziemlich verrückter. Das muss an meinem Gruselfilm-Konsum liegen. Ich darf mir solche Filme einfach nicht mehr alleine ansehen. Trozdem war an diesem Traum etwas seltsam. Er war so real. Als wäre dass alles passiert. Ich setzte mich auf und schaue aus dem Fenster. Mein Blick fällt auf das Polizeiauto vor dem Haus. Ich wundere mich noch darüber, als meine Freundin an die Tür klopft. Ich werde nie vergessen was sie zu mir sagte: "Die Polizei befragt gerade alle Nachbarn, es ist etwas schreckliches passiert. Im Wald wurde ein Mädchen tot aufgefunden. Sie wurde erschlagen."

Mir wird schwarz vor Augen.

22.01.2016 13:39

Hunde denken nicht an die Zukunft, sie leben im Hier und Jetzt. Was sie morgen tun wollen, daran denken sie nicht.

Sie brauchen kein Schampoo und keine Gesichtscremes, dafür haben sie ihre Zunge.

Shoppen interessiert sie nicht, Geldsorgen kennen sie nicht.

Sie könnten jederzeit abhauen, wenn wir sie frei laufen lassen aber sie tun es nicht. Sie wollen ihrer Familie gefallen, genießen es der "Star" zu sein.

Viele von ihnen könnten Geschichten erzählen, die nicht als Gute-Nacht-Geschichten geeignet sind, trozdem beschweren sie sich nicht.

Man kann sie den ganzen Tag zutexten, sie halten die Klappe. Es ist ihnen egal wer du bist oder wie du aussiehst und woher du kommst, solange zu ihnen zu essen gibst haben sie dich gern. Sie lügen nie, betrügen nicht und sind für dich da. Sie lieben dich bedingungslos.

Das alles würden sie gar nicht für uns tun, wenn wir ihnen egal wären. Da liegt es nahe dass wir auch für sie so etwas wie beste Freunde sein könnten.

18.12.2015 08:34

Der Raum in dem ich sitze ist kahl und leer. Keine Möbel, kein Farbspritzer an den Wänden. Ich schaue in den Farbeimer neben mir und frage mich ob dieses hässliche Sonnengelb wirklich meine Laune heben kann oder ich schlecht drauf sein werde weil mir morgens übel wird, wenn ich meine Wände im Schlafzimmer anschaue. Warum zum Teufel habe ich mich von meiner Mutter zu dieser Wandfarbe überreden lassen? Wäre sie einfach nur meine Mutter, dann wäre ihr Gemecker und ihre tollen Ratschläge in mein rechtes Ohr hineingelangt und links wieder raus. Aber sie ist nun mal von Beruf Therapeutin und leider höre ich oft auf Therapeuten. Seit drei Jahren wohne ich jetzt schon in meiner kleinen Wohnung und die weißen Wände haben mich nie gestört, bis meine Mutter diese zu Gesicht bekam. Ich wollte sie ja in meiner Lieblingsfarbe Rosa streichen, das tue ich aber meinem Freund nicht an, weil er so nett ist und mich am Wochenende mit seinem BMW fahren lässt, dem Angeber-Auto. Ich schaue wieder in den Farbeimer. Grauenhaft.

Plötzlich klingelt mein Handy und ich werde unsanft aus meinem Gedanken gerissen. Mein Freund teilt mir mit er würde später kommen, weil sein Auto nicht anspringt. Und daran wäre nur ich Schuld, meine Fahrweise habe angeblich dem Motor Schaden zugefügt. Ich weiß er meint es nicht so, er hat Stress in der Arbeit und verliert schnell die Nerven wenn es um sein geliebtes Auto geht. Trozdem verletzt mich seine Aussage. Zeit für einen kleinen Denkzettel. Ich setzte mich in mein Auto, fahre zum Baumarkt und keine fünf Minuten später kommt eine SMS: "Es tut mir leid, ich machs wieder gut. Lieb dich." Bevor ich zur Kassa gehe schreibe ich ihm zurück: "Schon verziehen mein Schatz. Habe im Schlafzimmer eine Überraschung für dich. Lieb dich auch." Dann gehe ich zu Kassa mit meinem rosa Farbeimer und kann mir ein Lachen nicht verkneifen.

20.11.2015 10:49

Eine Rolle die ich niemals einnehmen werde, ist die der Ehefrau und Mutter, welche sich ausschließlich um die Familie und den Haushalt kümmert.

Ich will niemals meine Träume und alles was mir wichtig ist aufgeben, um meiner Familie alles zu bieten. Nicht einmal dann wenn ich einen Mann heirate der genügend Geld hat, für ihn, für mich, für Kinder. Es wäre nicht in Ordnung, von jemanden Geld zu nehmen, wenn ich selbst in der Lage bin mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Ansichten vertrete ich deshalb weil ich jahrelang mit einer unterdückten Frau aufwuchs: meiner Mutter. Sie bereut heute vieles, vor allem dass sie das alles so lange über sich ergehen ließ, ohne irgendeine Idee, das zu beenden und ihr eigenes Leben zu leben. Deshalb genieße ich meine kostbare Freiheit und lasse mich von keinem Mann der Welt zu einer einfachen Hausfrau reduzieren.

03.11.2015 11:52

Ich habe Rollen die gefallen mir gut und auch welche die mir wenig Spaß machen.

In meiner Familie bin ich jemand der andere ermutigt, ihnen sagt dass sie gute Leistungen erbringen, im Beruf und im Privatleben. Meinem Bruder gegenüber bemühe ich mich ihm das Gefühl zu geben, dass er alles schaffen kann, wenn er es will. Meine Mutter hole ich so gut es geht auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn sie Menschen vertraut die nicht vertrauenswürdig sind. Das sind die Aufgaben die ich mir selbst auferlegt habe, weil sie zu mir passen. In meinem derzeitigen Berufsleben bin ich eine Projektteilnehmerin. Die Aufgabenstellungen sind nicht immer einfach, es gibt persönliche Probleme und unvorteilhafte Verhaltensweisen zu lösen und zu verbessern, genauso wie Außenaufträge. Außerdem ist es wichtig mich innerhalb des Projektes um berufliche Perspektiven zu kümmern.

Die Rolle die ich von ganzem Herzen liebe, ist die der Künstlerin. Als Fotografin und Autorin kann ich meine Persönlichkeit entfalten, mit all meinen Facetten und mich weiterentwickeln.

Alle diese Rollen haben sich ergeben ohne jede Absicht dahinter. Das ist gut, denn von vorgefertigten Rollen halte ich nichts, ich bin davon überzeugt dass das Leben die besten Drehbücher schreibt.

 

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